Die Chronologie «Rassismus in der Schweiz» erfasst seit 1992 alle öffentlich gewordenen Vorfälle, die auf rassistische oder fremdenfeindliche Motivationen zurückgehen (sog. Medienmonitoring). Sie dokumentiert auch öffentliche Äusserungen, die offensichtlich rassistisch oder fremdenfeindlich sind, auch wenn sie nicht unter den Geltungsbereich der Diskriminierungsstrafnorm (Art. 261bis StGB) fallen. Die einzelnen Vorfälle werden in den untenstehenden Kategorien erfasst.

Chrono­logie

17 Fälle
21.3.2025
Verbreiten von diskriminierenden Inhalten
Schwyz
Die Organisation Aktion Vierviertel erhält eine E-Mail, in der in stark diskriminierendem Ton angeraten wird, noch nicht eingebürgerten Menschen die Einbürgerung keinesfalls zu erleichtern. Die Herkunft der rassistisch formulierten Nachricht stammt von einer Domain des Spitals Schwyz.
12.3.2025
Sachbeschädigungen/ Sprayereien
Payerne
Beim Karneval in Payerne werden rassistische und antisemitische Schmierereien auf Schaufenstern angebracht.
8.3.2025
Verbreiten von diskriminierenden Inhalten
Mosnang
An der Mosliger Fasnacht tritt eine Gruppe von acht jungen Männern mit schwarz bemalten Gesichtern auf.
5.3.2025
Behördendiskriminierung
Wolhusen LU
In einem Wohnungsinserat werden Nicht-Schweizer als potenzielle Mieter ausgeschlossen.
28.2.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Luzern
Ein in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt, wie ein Mann einen jüdischer Mann beschimpft und ihm den Hitlergruss zeigt.
28.2.2025
Angriffe auf körperliche Integrität
Luzern
Ein junger jüdischer Mann wird von einem 46-jährigen Mann mit «Sch*** Jude» beleidigt und körperlich angegriffen.
26.2.2025
Sachbeschädigungen/ Sprayereien
Wila
Unbekannte hinterlassen an diversen Orten in Wila rechtsextreme Sprayereien.
21.2.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Bern
Ein Berner Kulturschaffender, der sich öffentlich gegen jede Form von Antisemitismus einsetzt, wird von einem Kommissionsmitglied der Kulturkommission der Stadt Bern in einer Instagram-Story mit «grusiger Genozidverherrlicher» und «figg di» angefeindet.
20.2.2025
Verbreiten von diskriminierenden Inhalten
Olten
Ein Lehrling am BBZ Olten trägt rechtsextreme Kleidung der Jungen Tat und ist sich keines Fehlverhaltens bewusst. Er erhält eine Verwarnung.
19.2.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Thurgau
Im Thurgau wird ein jüdischer Mann immer wieder beschimpft. Nach dem 7. Oktober habe er eine Israel-Flagge mit gelber Schleife ins Schaufenster gehängt. Seither wurden neben den Beschimpfungen wie «Jude verrecke!» auch einen Stein gegen das Schaufenster geworfen.
17.2.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Basel BS
Ein Standbetreiber mit afghanischen Wurzeln wird in der Markthalle Basel aufgrund seiner Herkunft immer wieder rassistisch beleidigt. Er ist nicht alleine: Auch ein Standbetreiber aus Gambia muss rassistische Kommentare hinnehmen.
14.2.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Arbon TG
Zu einem Konzert von Dragana Mirkovic – eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Balkan-Halbinsel – kommen 1500 Gäste. Am nächsten Tag erhalten die Veranstalter ein Beschwere-E-Mail mit rassistischen und stereotypischen Beleidigungen.
27.1.2025
Drohungen/Belästigungen/ Beleidigung
Schweiz
In Briefkästen tauchen gefälschte Schreiben des Migrationsamts auf, die die Adressierten mit rechtmässigem Aufenthaltsstatus zur Ausreise auffordern.
24.1.2025
Sachbeschädigungen/ Sprayereien
Basel
Ein Künstler gestaltet ein Plakat gegen Antisemitismus mit dem Slogan «Zero Tolerance for Antisemitism». Als Folge wird ihm unterstellt, den Krieg Israels in Gaza zu tolerieren. Nun denunziert eine Sprayerei sein Schaufenster: «A lot of Tolerance 4 genocide».
23.1.2025
Sachbeschädigungen/ Sprayereien
Aigle VD
Die Schaufenster eines Restaurants werden mit rassistischen Schmierereien verunstaltet.
22.1.2025
Aufruf zu Hass und Diskriminierung
Ein Baselbieter verbreitet auf seinen Social Media-Kanälen Hasskommentare gegenüber der LQBTQI+-Community. In einem der Kommentare ruft er zu Gewalt an sogenannten Flinta-Personen auf. Er wird per Strafbefehl verurteilt und muss eine Busse in der Höhe von 1120 Franken bezahlen.
06.1.2025
Verbale Diskriminierung im öffentlichen Raum
Davos
Ein Davoser Lokalblatt publiziert zum wiederholten Mal einen rassistischen Satire-Beitrag. Der Herausgeber wurde in der Vergangenheit bereits deswegen angezeigt, ist aber nicht gewillt, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten.

    Chronologie
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    Vorfall melden

    Wurden Sie Zeug:innen eines rassistischen oder antisemitischen Vorfalls oder wurden Sie selbst rassistisch oder antisemitisch beleidigt oder angegriffen?

    24.03.2025

    Lesung und Gespräch zu «Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen.»

    Am 8. Mai 2025 sprechen Judith Coffey und Vivien Laumann im Zollhaus Zürich über ihr Buch «Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen».

    Im Buch loten die Autorinnen das Verhältnis von Jüdischsein und weiss-Sein aus und gehen der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden:Jüdinnen in der Mehrheitsgesellschaft nach. In Anlehnung an das Konzept der Heteronormativität erlaubt «Gojnormativität», Dominanzverhältnisse in der Gesellschaft zu befragen und so ein anderes Sprechen über Antisemitismus zu etablieren.

    Das Buch ist eine Aufforderung zu einem bedingungslosen Einbeziehen von Juden:Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken und zugleich ein engagiertes Plädoyer für solidarische Bündnisse und Allianzen.

    Wann: 8. Mai 2025 um 19:00 Uhr
    Wo: Zollhaus Zürich / online mit Livestream
    Sprache: Deutsch und Verdolmetschung in Gebärdensprache (auf Anfrage)
    Moderation: Prof. Dr. Amir Dziri
    In Kooperation mit: ZIID und feministisch*komplex

    >>Tickets kaufen: ZIID Zürcher Institut für interreligiösen Dialog
    >>Flyer herunterladen

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    Lesung und Gespräch zu «Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen.»
    Lesung und Gespräch zu «Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen.»
    Lesung und Gespräch zu «Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen.»
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