Die Basler Gesamtverteidigungsübung (GVU) «Ponte» geht von einem Szenario aus, in dem eine Gruppe von «militanten Ausländern» ein Blutbad mit Dutzenden von Toten anrichtet und Terroristen aus Asylunterkünften zuschlagen: «Mord und Totschlag herrschten gestern in der Stadt», heisst es in der Zeitschrift der GVU. Kommt hinzu, dass Tausende «illegal eingereister Flüchtlinge» den Sanitätsdienst zum kollabieren bringen. Als Auszüge aus dieser Übungsanlage bekannt werden, wehren sich viele Baslerinnen und Basler mit Leserbriefen in der «Basler Zeitung» gegen die Veranstaltung. Kommandant Rudolf Zoller rechtfertigt sich, dass die Ausländer nur einen Teil der «Mehrfachübung» ausgemacht hätten, dass es dabei hauptsächlich um Umwelt- und Industriekatastrophen gegangen sei.Auf eine Interpellation der SP-Nationalrätin Margrith von Felten antwortet der Bundesrat im Februar 1993, er vermöge in der fraglichen Gesamtverteidigungsübung «keinen latent rassistischen Inhalt» auszumachen. «Szenarien aus dem Asylbereich» gehörten in eine solche Übungsanlage, die noch viele andere gesellschaftliche Probleme umfasse. Die politischen Behörden müssten sich aber mit den «Auswirkungen von Migrationsströmungen auf die Gesellschaft» auseinandersetzen.

20.10.1992
Wir helfen

Vorfall melden

Wurden Sie Zeug:innen eines rassistischen oder antisemitischen Vorfalls oder wurden Sie selbst rassistisch oder antisemitisch beleidigt oder angegriffen?

Ein Ausschnitt aus dem Flyer des Programms der Ringvorlesung. Darauf zu sehe ist das Logo der Universität Zürich sowie der Titel der Ringvorlesung: Antisemitismus.
05.09.2024

Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien

Wann: Jeweils montags zwischen 18.15 bis 19.45 Uhr
Daten: 23.09./14.10./28.10/04.11/18.11./2.12./16.12.
Ort: Universität Zürich, Rämistrasse 71, Raum: KOH-B-10

Seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat der Begriff des Antisemitismus in öffentlichen Debatten wieder hörbar Eingang gefunden. Doch wird nicht nur mit Blick auf dieses Ereignis und seine Folgen über Antisemitismus diskutiert. Jüdische Menschen in der ganzen Welt sind seit dem Herbst 2023 vermehrt antisemitischen Anfeindungen in allen Formen ausgesetzt. Während Jüdinnen und Juden auf diese Weise unmittelbar von Antisemitismus betroffen sind, werden andere im öffentlichen Diskurs wiederum als antisemitisch bezeichnet, wenn sie beispielsweise eine «israelkritische» Stellung zur Lage in Nahost beziehen.

Antisemitismus ist kein neues Phänomen. Der Hass gegen jüdische Menschen blickt auf eine lange (Leidens-)Geschichte zurück, die nun wieder aktuell geworden ist. Die Ringvorlesung analysiert Begriff, Geschichte und Ausdrucksformen des Antisemitismus und lässt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft zu Wort kommen, die historische Hintergründe, psychologische und rechtliche Dimensionen, ideologische und politische Erscheinungen sowie persönliche Erfahrungen vorstellen.

Die Ringvorlesung wird in Kooperation mit der Gamaraal Foundation veranstaltet (www.last-swiss-holocaust-survivors.ch).

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungsflyer.

 

Mehr erfahren
Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien
Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien
Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien
Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien
Ringvorlesung «Antisemitismus» der Sigi Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien